Interview mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano

Von der Redaktion
27. Januar 2020

Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz im von Deutschland besetzten Polen. Der Name ist zum Synonym für das größte Verbrechen in der Geschichte der Menschheit geworden. Allein in den Gaskammern und Krematorien von Auschwitz ermordeten die Nazis zwischen 1940 und 1945 an die 1,5 Millionen Menschen.

„Auschwitz und heute“: Ein Interview mit Esther Bejarano

Zu den wenigen, die diese Hölle überlebt haben, zählt die 95-jährige Esther Bejarano. Am 15. Dezember 1924 als Tochter des Kantors und Lehrers Rudolf Loewy geboren, wuchs sie im Saarland auf. 1936 zog die Familie nach Ulm in Süddeutschland. Eine geplante Ausreise nach Palästina scheiterte 1941 am Kriegsausbruch. 1941 wurden ihre Eltern im heutigen Litauen, 1942 ihre Schwestern in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet. Esther selbst wurde im April 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie als Angehörige des Mädchenorchesters das Todeslager überlebte.

Trotz ihres hohen Alters ist Esther Bejarano noch äußerst aktiv. Sie berichtet auf Versammlungen und in Schulen über ihre Erfahrungen, tritt mit ihrer Band „Microphone Mafia“ als Sängerin auf, engagiert sich gegen den Aufstieg der Rechten und für Flüchtlinge. Auch die rechte Politik der Regierung Israels, wo sie selbst von 1945 bis 1960 lebte, lehnt sie ab.

Am 10. Februar 2018 interviewte die WSWS Ester Bejarano in Hamburg und zeichnete einen ihrer öffentlichen Auftritt auf. Sven Wurm, Sprecher der IYSSE in Deutschland, sprach ausführlich mit ihr über ihre Erfahrungen und deren Bedeutung für die heutige Zeit. Das einstündige Video, das daraus entstanden ist, liegt nun auch mit englischen Untertiteln vor, so dass es einem internationalen Publikum zugänglich ist.

 

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