World Socialist Web Site veröffentlicht 75.000sten Artikel in englischer Sprache

4. September 2019

Letzte Woche erreichte die World Socialist Web Site einen wichtigen Meilenstein und veröffentlichte ihren 75.000sten Artikel in englischer Sprache. Das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI) hatte am 14. Februar 1998 die WSWS ins Leben gerufen. Mit den vielen tausenden Artikeln, die in 21 weiteren Sprachen veröffentlicht wurden, darunter Deutsch, Französisch, Italienisch, Singhalesisch, Tamilisch, Norwegisch, Mandarin, Türkisch, Griechisch, Arabisch, Russisch und Portugiesisch, sind bereits insgesamt mehr als 100.000 Artikel auf der WSWS erschienen.

Diese Zahlen zeigen die beispiellose Arbeit im Bereich der politischen Analyse, die in mehr als 21 Jahren durch die kontinuierlichen Veröffentlichungen von Hunderten Autoren geleistet wurde. Die WSWS begann 1998 an fünf Tagen in der Woche Artikel zu veröffentlichen. Ab April 1999 wurde dies bereits auf sechs Tage in der Woche erhöht.

Die World Socialist Web Site hat keinen einzigen Veröffentlichungstag versäumt und stützt sich auf eine Rund-um-die Uhr-Zusammenarbeit sozialistischer Redaktionen in Nordamerika, Europa, Asien und Australien. Diese enge tägliche politische Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg ist eine praktische Umsetzung der Perspektive, auf der die WSWS beruht: die Vereinigung der internationalen Arbeiterklasse auf der Grundlage revolutionärer marxistischer Prinzipien.

Die WSWS ist eine außerordentliche Leistung in der Geschichte der marxistischen Bewegung. Die WSWS war und ist die erste und einzige internationale sozialistische und marxistische Publikation, die täglich erscheint. Die WSWS verteidigt konsequent die Prinzipien des Trotzkismus, des revolutionären Marxismus von heute, und kämpft für die Verteidigung der Interessen der internationalen Arbeiterklasse.

Wie wir bereits in einem Beitrag anlässlich des 20-jährigen Bestehens der WSWS schrieben:

Der einzigartige Charakter der World Socialist Web Site ergibt sich aus ihrer Perspektive, die bewusst von der Theorie des Marxismus ausgeht und die wesentlichen strategischen Erfahrungen des internationalen Klassenkampfs aus dem gesamten 20. Jahrhundert aufgreift und ständig überarbeitet. Im Gegensatz zu dem pragmatischen Impressionismus, der in den bürgerlichen Medien – und in noch vulgärerer Form in den Publikationen der kleinbürgerlichen und pseudolinken Websites – vorherrscht, stellt die WSWS die Tagesereignisse in den richtigen historischen Kontext.

Die Gründung der WSWS im Januar 1998 war das Ergebnis einer politischen Entwicklung, die das Internationale Komitee der Vierten Internationale machte. Das IKVI entwickelte sich nach der Spaltung von der Workers Revolutionary Party 1985-86 zu einer politisch vereinten Weltpartei, die bewusst auf den früheren historischen Erfahrungen der marxistischen Bewegung aufbaut.

Schon 1988 verwies das IKVI auf die Bedeutung der Globalisierung der kapitalistischen Produktion und die damit verbundene Entstehung transnationaler Konzerne sowie die revolutionären Veränderungen in der Telekommunikation, mit denen diese Entwicklungen verbunden waren. Dadurch erkannte das IKVI das Potenzial des Internets noch bevor seine Bedeutung von der herrschenden Klasse in größerem Maße verstanden wurde. Die Partei suchte aktiv nach Mitteln, mit denen sie revolutionäre Ideen verbreiten und einen Grad an internationalem Zusammenwachsen und Koordination der Arbeiterbewegung entwickeln konnte, der zuvor unvorstellbar gewesen war.

Darüber hinaus verstand das IKVI, dass die Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 nicht das „Ende der Geschichte“ markierte, wie es von den Ideologen der herrschenden Klasse verkündet wurde. Vielmehr bestätigte das Ende der UdSSR die Korrektheit von Trotzkis Einschätzung des Stalinismus als Instrument des Imperialismus innerhalb des ersten Arbeiterstaates. Der Stalismnismus war der Feind der sozialistischen Weltrevolution. Die Auflösung der UdSSR selbst war Ausdruck einer Krise des Weltkapitalismus, die durch die Entwicklung der globalisierten Produktion ausgelöst wurde. Alle nationalen Programme, einschließlich die stalinistischen Perspektive des „Sozialismus in einem Land“, wurden davon untergraben und zum Tode verurteilte.

Zum Auftakt der neuen Online-Publikation 1998 hieß es auf der WSWS, sie strebe „die Verbreitung eines breit gefächerten enzyklopädischen Wissens an, von Geschichte, Kulturkritik, wissenschaftlicher Aufklärung bis hin zu revolutionärer Strategie. Ihr Ziel besteht darin, den politischen und kulturellen Diskurs auf das Niveau zu heben, das für die Wiedergeburt einer modernen sozialistischen Bewegung notwendig ist.“

Der wachsende Einfluss der WSWS in den zwei Jahrzehnten und das daraus resultierende Wachstum der Sektionen des Internationalen Komitees, haben einen stetigen Anstieg der Menge an veröffentlichten Texten ermöglicht. Erschienen im ersten Jahr 1998 noch etwas mehr als 1.500 englischsprachige Artikeln, so waren es bereits fast 3.000 Artikel im Jahr 2008, dem Jahr des globalen Finanzcrashs, bis hin zu aktuell mehr als 5.000 Artikeln pro Jahr seit 2014.

Es erschienen mehr als 22.000 Artikel über Politik, soziale Krise und die Kämpfe der Arbeiterklasse in den Vereinigten Staaten und Kanada. Rund 15.000 Artikel haben die politischen und sozialen Entwicklungen in Europa analysiert, von Großbritannien, Frankreich und Deutschland bis Griechenland und Russland. Es gab 6.000 Artikel über Australien, Neuseeland und den Pazifikraum, 7.500 Artikel über Asien und den indischen Subkontinent und 6.500 Artikel über den Nahen Osten, einschließlich der von den USA initiierten Kriege in Afghanistan, Irak, Syrien und Jemen. Tausende von Artikeln wurden über Lateinamerika und Afrika geschrieben.

Die WSWS hat mehr als 4.000 Artikel zu Kunst, Kultur und Wissenschaft veröffentlicht, darunter mehr als 2.000 Artikel zum Thema Film, aber das Gesamtspektrum ist deutlich größer: Kunst- und Museumsausstellungen, Fotografie, Fernseh- und Theaterkritiken, Architektur und Tanz sowie Musik in all ihren Formen, von der klassischen Oper bis zum Rap. Weitere 1.500 Artikel waren historischen Themen gewidmet, die für die politische Bildung von Arbeitern und Intellektuellen von wesentlicher Bedeutung sind und sich unnachgiebig einer reaktionären antiwissenschaftlichen Haltung der Postmoderne entgegenstellen.

Es gibt kein großes politisches Ereignis in der Weltpolitik und keinen bedeutenden Kampf der internationalen Arbeiterklasse, der nicht Gegenstand einer marxistischen Analyse der WSWS war. Die WSWS bildet die Basis für das politische Eingreifen der Sektionen des Internationalen Komitees und auch für den Aufbau neuer Sektionen des IKVI.

Die WSWS begann mit der täglichen Veröffentlichung zu Beginn einer politischen Krise in den Vereinigten Staaten, die im Impeachment-Verfahren gegen Präsident Bill Clinton gipfelte. Im Laufe des Jahres veröffentlichte die WSWS mehr als 100 Artikel und Kommentare, die die rechtsextreme Kampagne zur Absetzung eines zweimal gewählten Präsidenten analysierten und vor ihr warnten. Wir sahen und erklärten, welche Bedrohung für die demokratischen Rechte der Arbeiterklasse von der Kampagne ausgingen, und gleichzeitig waren wir unbeirrt in unserer Opposition gegen Clintons Vorgehen als Oberbefehlshaber des US-Imperialismus, der die Bombardierung des Irak und Raketenangriffe auf den Sudan und Afghanistan anordnete.

Hierin zeigte sich, dass die trotzkistische Bewegung eine unabhängige politische Linie für die internationale Arbeiterklasse einnehmen kann - gegen alle Fraktionen der kapitalistischen herrschenden Elite und ihre Verbündeten in den Gewerkschaften, den sozialdemokratischen Parteien und unter den Pseudolinken.

In den darauf folgenden 21 Jahren stand die WSWS an der Spitze der Opposition von den bewusstesten Teile der internationalen Arbeiterklasse gegen die Verbrechen des Weltimperialismus. Wir haben gekämpft gegen die US- und NATO-Bombardierung von Serbien und Libyen, die Invasion der USA in Afghanistan und im Irak, die Wiederbelebung des französischen Imperialismus in Westafrika und das Wiederaufleben des deutschen Imperialismus, des mächtigsten und reaktionärsten in Europa. Über die WSWS hat das Internationale Komitee eine Kampagne zum Aufbau einer internationalen Antikriegsbewegung gestartet, die derzeit in Form des Kampfes zur Verteidigung von Julian Assange geführt wird, da Assange für die Enthüllung von US-Kriegsverbrechen über WikiLeaks mit lebenslanger Haft bestraft werden soll.

In jedem Land, in dem die WSWS Leser und Unterstützer hat, versuchen wir, die Kämpfe der Arbeiter zu verteidigen und auszuweiten, ihnen den an sich internationalen Charakter ihres Kampfes zu demonstrieren und das politische Bewusstsein der Arbeiterklasse zu entwickeln. Wir wenden uns unnachgiebig gegen die alten, bankrotten Organisationen, die längst jeden Kampf für die Interessen der Arbeiter aufgegeben haben. Wir stellen uns der zentralen Aufgabe, vor der die Arbeiterklasse in dieser historischen Epoche steht: den Aufbau neuer Massenorganisationen auf Basis der Perspektive der sozialistischen Weltrevolution.

Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Wall Street im Jahr 2008 ist die Arbeiterklasse wieder zu einer wichtigen sozialen und politischen Kraft geworden. Dies deutete sich zunächst im vergangenen Jahr durch große Streiks amerikanischer Lehrer an öffentlichen Schulen, die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich und andere mächtige Streiks an. Diese Bewegung ist in diesem Jahr exponentiell gewachsen, mit Massenkämpfen von Puerto Rico bis Hongkong, sozialen Umwälzungen, die etablierte Diktaturen in Algerien und Sudan erschüttern, und einem zunehmenden Anstieg von Streikaktionen in den Industrienationen.

Der bewussteste Ausdruck dieses Wiederauflebens der Arbeiterklasse ist die wachsende Leserschaft der World Socialist Web Site. Die WSWS spielt eine immer direktere Rolle bei der Bildung und Organisation der Arbeiterklasse auf weltweiter Ebene.

2017 wurden Maßnahmen von Google sowie Facebook und anderen Social Media-Giganten eingeleitet, um den Zugang zur WSWS zu begrenzen. Trotzdem ist die Leserschaft der WSWS auf über eine Million pro Monat gewachsen und erreichte im August 1,58 Millionen, fast eine Verdreifachung des Niveaus vom Februar.

Besonders bemerkenswert ist die große Verbreitung von Artikeln über die Lebensbedingungen und Kämpfe von Industriearbeitern in den sozialen Medien. Wir verstehen dies als Hinweis darauf, dass der mächtigste und entscheidende Teil der internationalen Arbeiterklasse nach einer neuen Führung sucht.

Um unserer wachsenden Leserschaft gerecht zu werden, entwickeln wir die technischen Grundlagen der Website kontinuierlich weiter und setzen verstärkt Videos, Livestreaming und andere Formen von Multimedia ein.

Wir rufen alle unsere Leser auf, sich der World Socialist Web Site anzuschließen. Helft mit, die Zensur des Internets zu durchbrechen, indem ihr WSWS-Artikel verbreitet und mit Freunden, Kollegen, Kommilitonen und Mitschülern teilt. Werdet Korrespondenten für die WSWS, indem ihr über Ereignisse in eurem Betrieb und Bereich berichtet.

Werdet regelmäßige finanzielle Unterstützer der WSWS und ermöglicht dadurch die wichtige Arbeit, die internationale Arbeiterklasse politisch vorzubereiten und ihre Kämpfe zu organisieren.

Patrick Martin

 

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