United Nations: Globale Nahrungsmittel- und Wasserkrise bedroht 3 Milliarden Menschen

Von Bryan Dyne
12. August 2019

Mehr als 3 Milliarden Menschen sind davon bedroht, dass sie von ihrer Nahrungsmittel- und Wasserversorgung in den kommenden Jahrzehnten abgeschnitten werden, warnten die Vereinten Nationen am Donnerstag. Dies wird sich zunächst bei den 3,2 Milliarden Menschen bemerkbar machen, die bereits von Landverödung betroffen sind und von denen mehr als 3 Milliarden in Entwicklungsländern leben.

Das UN-Dokument wurde in Kurzform zwei Tage nach einer Studie des World Resources Instituts veröffentlicht, die sich vor allem mit der Gefahr beschäftigte, der verschiedene Regionen mit zur Neige gehendem Wasser ausgesetzt sind. Beide Berichte machen deutlich, dass ohne drastische Maßnahmen auf weltweiter Ebene zur Eindämmung und Umkehrung der globalen Erwärmung der Mangel an Nahrungsmitteln und Wasser, mit dem Hunderte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt konfrontiert sind, zum täglichen Normalzustand der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung wird.

Ähnlich wie in früheren Berichten des Weltklimarats (IPCC) fasst der Bericht „Climate Change and Land“ Hunderte von wissenschaftlichen, in allen Kontinenten veröffentlichten Arbeiten zusammen, die die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das menschliche Leben untersuchen. Die wichtigsten Ergebnisse wurden von 103 Wissenschaftlern aus 52 Ländern herausgefiltert, die dann von einem weiteren Team überprüft und bearbeitet wurden, um sicherzustellen, dass bei der Erstellung des Berichts die aktuellsten Informationen einbezogen wurden.

Zusammenfassend zeigen die erhobenen Daten, dass die Landverödung, „ausgedrückt als langfristige Reduktion oder Verlust von mindestens einem der folgenden Faktoren: biologische Produktivität, ökologische Integrität oder Wert für den Menschen“, zum Verhungern der 821 Millionen Menschen führen wird, die schon jetzt unter Hunger leiden. Die meisten von ihnen leben in Afrika und Asien. Die Gefahr, an Durst oder Hunger zu sterben, hat entscheidend dazu beigetragen, dass Hunderte von Millionen Menschen gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen und sogenannte „Klimaflüchtlinge“ zu werden. Die UNO schätzte im vergangenen Jahr, dass seit 2008 weltweit 210 Millionen Menschen aufgrund des Klimawandels vertrieben wurden.

Bildunterschrift: Kinder trinken aus einem Wasserhahn in Maiduguri, Bundesstaat Borno, Nigeria[Kredit: UNICEF/Gilbertson]

Die Zahl der Menschen, die vor dieser Katastrophe stehen, wird nur zunehmen, da die Ernteerträge weitgehend durch Erosion, geringere Bodennährstoffe, Wüstenbildung, steigende Ozeane und einen eingeschränkten Zugang zu Süßwasser sinken. Wassermangel wiederum bedeutet, dass es schwieriger ist, Vieh zu halten. Gleichzeitig erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten, insbesondere solcher, die bei Wasserknappheit grassieren, wie die Cholera.

All dies wird sich noch verschärfen, da Überschwemmungen, Dürren, Hurrikane und Wirbelstürme in einer wärmeren Welt immer häufiger auftreten, was die Versorgung größerer Bevölkerungsgruppen in verschiedenen Regionen der Erde zunehmend unmöglich macht. Der Bericht stellt ausdrücklich fest, dass die Bodendegradation zusammen mit dem Klimawandel „eine der größten und dringendsten Herausforderungen für die Menschheit“ ist.

Darüber hinaus hat in Gegenden wie Sibirien – das vor einem Jahrzehnt noch relativ unbeeinflusst vom Klimawandel war – der Permafrost massiv zu schmelzen begonnen. Das hat dazu geführt, dass Städte buchstäblich in die Erde sinken, weil die ehemals stabilen Fundamente zu schmelzen beginnen. Das Schmelzen von Permafrost hat den zusätzlichen Effekt, den Methangehalt der Atmosphäre drastisch zu erhöhen, ein Treibhausgas, das etwa achtzigmal stärker ist als Kohlendioxid. Die Landverödung wird durch den Klimawandel verursacht und beschleunigt das Problem, sowohl durch die Freisetzung verschiedener Kohlenstoffformen als auch durch die Verringerung der Fähigkeit der Natur, Kohlenstoff wieder aufzunehmen.

Landverödung gibt es auch in den fortgeschritteneren kapitalistischen Ländern. Das auffälligste Beispiel ist das Blei, das im Wasser von Flint, Michigan, gefunden wurde, einst eine große industrielle US-Stadt. Diese Gemeinde hatte zuvor einseitig beschlossen, einen Teil ihrer Schulden an der Wall Street zu begleichen, indem sie zu einer billigeren, verschmutzten Wasserversorgung überging.

Das Beispiel von Flint verweist auch auf die Hauptschwäche der gesamten IPCC-Initiative, die die Illusion befördert, dass sie Politiker dazu drängen könne, „Änderungen ihrer Politik“ vorzunehmen, die einer breiteren menschlichen Bevölkerung zugute kommen könnte. Die Verachtung der herrschenden Eliten der Welt gegenüber der Menschheit als Ganzes wurde auf den Punkt gebracht, als der damalige Präsident Barack Obama erklärte, dass es den Bewohnern von Flint und insbesondere ihren Kindern „gut gehen wird“, wenn sie mit Blei gefülltes Wasser trinken.

Dazu übergeht die Studie den Carbon Majors Report 2017, der zeigte, dass siebzig Prozent aller Treibhausgase, die chemischen Treiber des Klimawandels, von nur hundert Unternehmen freigesetzt werden. So wird die globale Erwärmung nicht durch Menschen mit einer „Vorliebe für private Hinterhof-Swimmingpools“ verursacht, wie die New York Times höhnisch bemerkte, sondern durch die Multimillionäre und Milliardäre, die die Kapitalistenklasse der entwickelten Länder ausmachen. Hunderte von Milliarden Dollar werden jedes Jahr von dieser Clique verdient, und sie kämpfen seit Jahrzehnten für die Aufrechterhaltung dieses Status quo, auch wenn die Erde vergiftet und verbrannt wird.

Im vergangenen März demonstrierten mehr als eine Million Studenten und junge Menschen beim Jugendklimastreik, um gegen die globale Erwärmung zu protestieren. Die internationale Demonstration hat eine breite Resonanz hervorgerufen und zeigt sowohl die Bedrohlichkeit der ökologischen Krise als auch die Radikalisierung und Bereitschaft der Jugend auf der ganzen Welt, sie zu bekämpfen.

Noch wichtiger ist die wachsende Intervention der Arbeiterklasse in die internationale Politik. In den letzten zwei Monaten gab es Massenproteste in Hongkong, dem US-Territorium Puerto Rico, eine Streikwelle in Indien und die anhaltende „Gelbwesten-Bewegung“ in Frankreich. Sie sind der Vorbote von weltweit ausbrechenden Kämpfen der Arbeiterklasse. Die Arbeiter erkennen, dass nur sie selbst die unhaltbaren sozialen Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind, lösen können.

Dazu gehört auch der Klimawandel. Wie aus den IPCC-Dokumenten hervorgeht, muss es „eine schnelle Reduzierung der Treibhausgasemissionen in allen Sektoren“ geben, wenn es eine Chance geben soll, die Auswirkungen der globalen Erwärmung umzukehren. Das bedeutet implizit, dass die Weltwirtschaft eine fortschrittliche Transformation durchlaufen muss, die das gegenwärtige System stürzt, was auf der Grundlage des privaten Profits und einer in kriegerische Nationalstaaten geteilten Welt beruht und die die Produktionskräfte – insbesondere der Agrar- und Energiewirtschaft – in die Hände der Arbeiterklasse legt, um die Fähigkeit des Planeten zur Erhaltung menschlichen Lebens wiederherzustellen.

 

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