SEP Wahlmanifest für die Parlamentswahl in Sri Lanka:

Für sozialistische Politik und eine Arbeiter- und Bauernregierung

31. März 2010

Die Socialist Equality Party (SEP) ruft Arbeiter und Jugendliche auf, unsere Kandidaten zu unterstützen und aktiv an der Wahlkampagne der Partei für die Parlamentswahlen am 8. April teilzunehmen. Die SEP hat in den Bezirken Colombo, Jaffna, Nuwara Eliya und Galle Kandidaten aufgestellt.

Die SEP ist die einzige Partei, die ein sozialistisches Programm hat, um die Lebensbedingungen und die demokratischen Rechte der arbeitenden Bevölkerung zu verteidigen. Wir warnen die Arbeiter vor einer sozialen und wirtschaftlichen Katastrophe, wenn sie nicht mit den kapitalistischen Parteien brechen und sich unabhängig mobilisieren, und für eine Arbeiter- und Bauernregierung und sozialistische Politik kämpfen.

Das politische und Establishment und seine Medien versuchen die Wähler einzulullen, indem sie sie durch die Verschleierung des vollen Ausmaßes der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und der weitreichenden polizeistaatlichen Maßnahmen der Regierung in Sicherheit wiegen. Wenn die Wahlen vorbei sind, wird Präsident Rajapakse einen Rundumschlag gegen den Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung beginnen und jede Opposition brutal unterdrücken.

Rajapakse behauptet fälschlicherweise, dass das Ende des Krieges gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) eine neue Zeit des Friedens und des Wohlstands bringe. In Wirklichkeit haben sich die wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen des Inselstaats nach der Niederlage der LTTE nur verschlimmert. Sie überschneiden sich mit dem neuen Stadium der weltweiten Wirtschaftskrise.

2008 bis 2009 inmitten des größten Finanzzusammenbruchs seit den 1930er Jahren übernahmen die Regierungen überall auf der Welt Billionen von Dollars an privaten Schulden, indem sie Bürgschaften stellten, Konjunkturpakete schnürten und Finanzgarantien gaben. Jetzt verlangen die Wirtschaftseliten, dass diese massiven Schulden den arbeitenden Menschen aufgeladen werden.

Augenblickliche steht Griechenland im Mittelpunkt, wo das Finanzkapital darauf besteht, dass Papandreou die Löhne kürzt, das Pensionsalter heraufsetzt, Steuern erhöht, die Ausgaben für Bildung, Gesundheit und soziale Fürsorge zusammenstreicht - kurz gesagt - die Arbeiterklasse verarmen lässt - um für die Spekulation und die Betrügereien der internationalen Finanzaristokratie zu bezahlen. Griechenland ist jedoch nur der Testfall für das, was für ganz Europa und die Welt auf der Tagesordnung steht.

Der gleiche Prozess ist in Sri Lanka schon viel weiter fortgeschritten. Präsident Rajapakse verschuldete sich schon heftig, um den Krieg zu finanzieren, was zu einer Verdoppelung der Staatsschulden auf 4,1 Billionen Rupien bzw. 36 Milliarden US-Dollar) führte. Das waren von 2005 bis 2009 86 Prozent des BIP. Im letzten Jahr schwoll das Haushaltsdefizit auf 9,7 Prozent des BIP an. Jetzt steht die Regierung unter dem Druck des Internationalen Währungsfonds (IWF), um die Bedingungen für dessen Kredite zu erfüllen. Der IWF verlangt, das Haushaltsdefizit bis Ende des nächsten Jahres zu halbieren.

Rajapakse präsentiert ein vollkommen falsches Bild, wenn er die Wirtschaft so darstellt, als wenn sie auf dem Sprung sei, das neue "Wunder Asiens" zu werden. Er verzögerte den Haushaltsbericht, um die Durchführung der harten IWF-Maßnahmen zu verzögern. Sobald aber die Wahlen vorbei sind, wird er einen Haushalt einbringen, der schlimme Auswirkungen für die Arbeiterklasse haben wird.

Gegenwärtig geht mehr als die Hälfte der Regierungsausgaben in zwei Töpfe - den Schuldendienst, der 35 Prozent ausmacht und das Militär, das 21 Prozent beansprucht. Die Regierung kann den ersten Posten nicht kürzen, den zweiten will sie nicht kürzen. Das bedeutet, dass das volle Ausmaß der Kürzungen auf Preissubventionen, Bildung, Gesundheit, Sozialfürsorge und die Arbeitsplätze und Löhne im öffentlichen Dienst entfallen wird. Das führt zu einer allgemeinen dramatischen Absenkung des Lebensstandards.

Die Oppositionsparteien bieten keine Alternative. Die United National Party (UNP) und die Janatha Vimukthi Peramuna (JVP) propagieren die populistische Fiktion, dass allein "die Regierungskorruption" für die gegenwärtigen Wirtschaftsprobleme verantwortlich sei. Sie verschleiern die wirkliche Lage, weil sie mit der Regierung übereinstimmen, dass sie keine andere Wahl habe, als die Arbeiterklasse für die Wirtschaftskrise bezahlen zu lassen.

Angriffe auf demokratische Rechte

Wenn die griechische Lösung in Sri Lanka durchgesetzt wird, wird das zu einer Konfrontation mit der Arbeiterklasse führen, für die Rajapakse sich entsprechend vorbereitet hat. Im Verlauf des Krieges hat die Regierung Arbeitskämpfe mit Hilfe der Gewerkschaften im Namen der "nationalen Sicherheit" unterdrückt. Jetzt beginnt Rajapakse mit den gleichen Unterdrückungsmethoden einen "Wirtschaftskrieg", um die "Nation aufzubauen". Als sich im letzten Jahr die Wut der Arbeiter in den Plantagen, den Häfen, den Krankenhäusern und anderen Bereichen Bahn brach, benutze er den Ausnahmenzustand, um die Arbeitskämpfe zu verbieten.

Um sich für Bürgerkrieg zu rüsten, haben diverse Regierungen in Colombo einen gewaltigen Polizeistaatsapparat aufgebaut. Rajapakse ist sogar noch weiter gegangen. Er nutzte seine exekutiven Machtbefugnisse extensiv, um das Parlament auf eine ja-sagende Abstimmungsmaschine zu reduzieren und regiert weitgehend unter Missachtung der Verfassung und der Gerichte durch politische- militärische Intrigen. Unter seinem Regime mordeten regierungstreue Todesschwadronen und Hunderte von Menschen "verschwanden", ohne dass jemand zur Rechenschaft gezogen wurde. Nach der Niederlage der LTTE sperrte die Armee illegal 280.000 tamilische Zivilisten in "Fürsorgedörfer" genannte Lager. Ähnliche Methoden sind zu erwarten, wenn die arbeitende Bevölkerung versuchen wird, ihren Lebensstandard und demokratische Rechte zu verteidigen.

Die gegenwärtige Wahlkampagne findet in einem Klima der Einschüchterung und Gewalt statt, die sich gegen Oppositionspolitiker, kritische Journalisten und aktive Gewerkschafter richtet. Nach den Präsidentschaftswahlen im Januar, verhaftete die Regierung den Oppositionskandidaten Sarath Fonseka und Dutzende seiner Anhänger unter der fadenscheinigen unbewiesenen Beschuldigung, dass der frühere General einen Staatsstreich geplant habe. Jetzt führt Rajapakse seinen Wahlkampf mit dem Ziel, eine Zweidrittel Mehrheit zu bekommen, die ihm ermöglichen würde, die Verfassung zu ändern und seine autokratische Herrschaft zu festigen.

Die UNP und die JVP gebärden sich als Verteidiger demokratischer Rechte. Aber sie fordern weder die sofortige Entlassung Tausender tamilischer Jugendlicher, die als "LTTE-Verdächtige" festgehalten werden, noch die Schließung der sogenannten "Fürsorgedörfer" der Armee oder der Internierungslager. Wie die Regierung stecken die Oppositionsparteien tief im Sumpf des antitamilischen Chauvinismus. Sie haben Rajapakses verbrecherischen Krieg ebenso unterstützt wie die Kriegsverbrechen des Militärs und die schlimmen Verletzungen demokratischer Rechte.

Die scharfen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Oppositionsparteien beschränken sich ausschließlich auf taktische Fragen insbesondere der Außenpolitik. Südasien gerät zunehmend zwischen die rivalisierenden Großmächte. Die USA führen neokoloniale Kriege im Irak und in Afghanistan und einen Stellvertreterkrieg in Pakistan, um ihre Vormachtstellung in den energiereichen Regionen des Nahen Ostens und Mittelasiens zu sichern. China versucht, den USA in allen Bereichen Paroli zu bieten einschließlich des Schutzes seiner lebenswichtigen Handelsrouten im indischen Ozean.

Dass Rajapakse sich an Beijing gewandt hat, um finanzielle und militärische Hilfe zu erhalten, hat in Washington die Alarmglocken läuten lassen. Ein Bericht des US-Senats vom letzten Jahr erklärte, dass die USA es sich nicht leisten könnten "Sri Lanka zu verlieren", weil es eine strategische Position im Indischen Ozean einnehme. Während Rajapakse sich China zuwendet, bevorzugt die UNP die traditionellen Verbündeten des Landes - die USA und Europa. Mit der Verschärfung der weltweiten Krise besteht die Gefahr, dass Sri Lanka - wie Afghanistan, Pakistan und der Irak - zum Spielball in großen Rivalitäten, Konflikten und Kriegen wird.

Beendet die politische Lähmung

Wie ihre Brüder und Schwestern in ganz Südasien und international stehen die Arbeiter in Sri Lanka vor großen Gefahren. Die herrschende Klasse setzt den Klassenkampf auf die Tagesordnung, aber die Arbeiterklasse ist politisch paralysiert. Die Arbeiter bleiben gefesselt an die politischen Parteien und Organisationen, die das bankrotte Profitsystem verteidigen und den Lebensstandard und demokratische Rechte angreifen.

Es ist Zeit scharfe politische Lehren zu ziehen. Während der letzten drei Jahrzehnte hat die Niedertracht der Gewerkschaften - ob sie sich politischen Parteien zuordnen oder als ungebunden aufführen - nur zugenommen. In jedem Kampf der letzten vier Jahre haben sich alle Gewerkschaften ausnahmslos daran beteiligt, die Diktate der Rajapakse-Regierung und der Wirtschaft durchzusetzen. Während die regierungstreuen Gewerkschaften dies direkt getan haben, haben die "oppositionellen" Gewerkschaften als Sicherheitsgurt gedient, um die Wut der Arbeiter zurückzuhalten und umzuleiten. Im Zentrum ihrer Perspektive steht die Verteidigung des Kapitalismus in Sri Lanka und die Aufrechterhaltung der "internationalen Wettbewerbsfähigkeit" der hiesigen Konzerne.

Die tamilischen Arbeiter und Jugendlichen müssen begreifen, dass die Niederlage der LTTE nicht so sehr ein Ergebnis ihrer militärischen Taktik, sondern ihrer bankrotten Politik war. Die Regierungen in Colombo haben anti-tamilische Hetze verbreitet und die Arbeiterklasse gespalten. Sie sind für den Krieg der vergangenen 26 Jahre verantwortlich. Aber der Kampf der LTTE für einen separaten tamilischen kapitalistischen Staat repräsentierte die Interessen der tamilischen Bourgeoisie, nicht der tamilischen Massen. Die LTTE war organisch unfähig an die einzige soziale Kraft zu appellieren, die in der Lage wäre, die demokratischen Rechte der Tamilen zu verteidigen - die Arbeiterklasse in Sri Lanka, Südasien und überall auf der Welt.

Die Tamil National Alliance (TNA), die während des Krieges als Sprachrohr der LTTE diente, ist im letzten Jahr in mindestens vier verschiedene Teile zerfallen, die alle einzeln versuchen, sich wieder in das politische Establishment von Colombo zu integrieren. Während einige TNA-Parlamentarier in die Regierung von Rajapakse eingetreten sind, stellte sich die TNA selbst bei den Präsidentschaftswahlen hinter Fonseka - den General, der Rajapakses Krieg geführt hat. Keine diese Gruppierungen hat mit der separatistischen Politik gebrochen, die den Weg für die Niederlage der LTTE bereitet hat.

Die gefährlichste Rolle spielen die NSSP und die USP, die sich gelegentlich als Sozialisten darstellen, aber als linker Flügel der großen bürgerlichen Parteien fungieren. Ihre augenblickliche Orientierung richtet sich auf die UNP. Damit preisen sie diese rechte bürgerliche Partei als Verteidigerin demokratischer Rechte. Beide Gruppen schlossen sich im letzten Jahr der "Plattform für den Frieden" an, die von der UNP geführt wird und hohle Phrasen über die Verteidigung der Demokratie absondert. Die NSSP hat außerdem ein Bündnis mit einer Abspaltung der TNA geschlossen, die unter Führung von M.K. Sivajilingam steht. Ihre rechtsgerichtete Orientierung offenbart sich darin, dass sie die hinduchauvinistische Bharatiya Janatha Partei (BJP) in Indien unterstützt.

Um die gegenwärtige Lähmung zu beenden, muss ein grundlegender Bruch mit allen Parteien der herrschenden Klasse und ihren linken Anhängseln vollzogen werden. Die gemeinsame Ursache der Kriegstreiberei und der Angriffe auf demokratische Rechte und den Lebensstandard der arbeitenden Menschen in Sri Lanka und weltweit sind das Profitsystem und die überholte Aufspaltung der Welt in kapitalistische Nationalstaaten. Die einzige Alternative ist der Sozialismus: die vernünftige Neuorganisation der großen Ressourcen der Weltwirtschaft nach den drängenden Bedürfnissen der arbeitenden Menschen und nicht nach den Profiten der Finanz- und Wirtschaftsoligarchie.

Das ist die Perspektive, unter der Wahlkampf der SEP geführt wird, um die Arbeiterklasse zu mobilisieren, die ländlichen Massen anzuführen und eine Arbeiter- und Bauernregierung zu errichten. Die SEP kämpft für die Bildung einer Sozialistischen Republik von Sri Lanka und Tamil Eelam als Teil des Kampfs des Internationale Komitees der Vierten Internationale (IKVI) für Vereinigte Sozialistische Republiken in Südasien und auf der ganzen Welt.

Die SEP schlägt folgendes Programm vor, um den Lebensstandard und die demokratischen Rechte der arbeitenden Bevölkerung zu verteidigen.

* Beendet die militärische Besetzung im Norden und Osten

Die SEP fordert den sofortigen Abzug aller Sicherheitskräfte aus dem Norden und Osten und die Befreiung aller Inhaftierten und politischen Gefangenen. Nur wenn wir gegen jede Form des Kommunalismus und Nationalismus eintreten, können tamilische, singhalesische und muslimische Arbeiter in einem gemeinsamen Kampf gegen die kapitalistische Herrschaft vereinigt werden. Um die Grundlage für eine wirklich demokratische Lösung zu legen ruft die SEP dazu auf, eine Verfassungsgebende Versammlung einzuberufen, die eine neue Verfassung ausarbeiten soll, in der alle offenen demokratischen Fragen gelöst werden. Eine solche Versammlung muss von der arbeitenden Bevölkerung organisiert und gewählt werden und alle unterdrückerischen und diskriminierenden Gesetze aufheben, um wirkliche demokratische Rechte zu sichern.

* Sichere und gutbezahlte Arbeitsplätze für alle

Milliarden von Rupien müssen für öffentliche Arbeiten zur Verfügung gestellt werden, damit Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen werden, um öffentliche Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser, kulturelle und Sporteinrichtungen, Straßen und Bewässerungsanlagen zu bauen. Die SEP schlägt vor, die Zahl der Arbeitsplätze zu erhöhen, indem die Wochenarbeitszeit ohne Lohneinbußen auf 30 Stunden gesenkt wird. Es müssen Löhne gezahlt werden, die die Lebenshaltungskosten decken. Wir treten gegen Kinderarbeit ein und dafür dass weder Frauen noch Jugendliche Nachtarbeit verrichten müssen.

* Kostenlose Bildung von hoher Qualität

Das gegenwärtige Bildungssystem ist durch Ungleichheit gekennzeichnet - Kinder in Arbeitervierteln und ländlichen Gegenden müssen in schlecht ausgerüstete Schulen mit zu wenig Lehrkräften gehen, während den Söhnen und Töchtern der Reichen modernste Lehrmittel, Unterrichtsmethoden und technische Einrichtungen in Privatschulen zur Verfügung stehen. Die SEP befürwortet die Verbesserung und Ausdehnung des öffentlichen Schulsystems, um freie Bildung von hoher Qualität bis auf die Ebene von Universitäten zu garantieren für alle die ein Studium aufnehmen wollen. Die gegenwärtigen Einrichtungen müssen ausgebaut werden, um den Zugang zu wissenschaftlichen Laboren, Computerräumen und dem augenblicklichen Standard audiovisueller Einrichtungen ebenso zu gewährleisten, wie zu Sport und Kunst.

* Für eine allgemeine Gesundheitsversorgung

Tausende sterben jedes Jahr an Krankheiten, die verhütet werden könnten: Denguefieber, Malaria und Tuberkulose - und neue Krankheiten wie H1N1 oder die Vogelgrippe kommen hinzu. Diejenigen, die finanzielle Mittel haben, können private Ärzte aufsuchen, während die Massen sich auf ein bei weitem unterfinanziertes öffentliches Gesundheitssystem verlassen müssen. Die SEP ruft dazu auf, gut ausgestattete öffentliche Krankenhäuser und Kliniken zu errichten, die über ausreichend Personal verfügen, und eine freie, allgemeine Gesundheitsversorgung von hoher Qualität anbieten.

* Gute Wohnungen für jeden

Viele Familien leben in Häusern, die schlecht ausgestattet sind, ohne grundlegenden Komfort wie fließendes Wasser, Elektrizität und ordentliche Toiletten. Dafür müssen sie steigende Mieten zahlen und werden von Hausbesitzern mit Zwangsräumung bedroht. Die SEP schlägt vor, mietpreisgebundenen öffentlichen Wohnraum zu schaffen, der über alle notwenigen Einrichtungen verfügt, um allen ein vernünftiges Zuhause zu geben.

* Beendet die Unterdrückung der Arbeiterinnen

Arbeiterinnen müssen auf Grund der Armut eine doppelte Last tragen. Sie müssen schlechtbezahlte Arbeit verrichten und sich zu Hause abplacken. Sie führen die beschwerlichsten Arbeiten aus - in Textilfabriken, als Teepflückerinnen, Kautschukzapferinnen und andere landwirtschaftliche Tätigkeiten. Die globale Krise hat zur Vernichtung von Zehntausenden von Frauenarbeitsplätzen und der Entlassung von Hausangestellten im Ausland und dem Verlust ihres Einkommens geführt.

Die SEP verteidigt das Recht auf gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitsbedingungen für Frauen, einschließlich freier und guter Kinderbetreuung und Mutterschaftsurlaubs mit voller Bezahlung des Gehalts. Wir fordern die Abschaffung der das weibliche Geschlecht diskriminierenden Gesetze, einschließlich der Gesetze zur Eheschließung. Die Abtreibung muss legalisiert und allen kostenlos möglich sein. Die SEP strebt ein kulturelles Klima der Aufklärung an, in dem Frauen und Männer gleichermaßen ihre Talente und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

* Hilfe für kleine Bauern

Fast alle Kleinbauern haben zuwenig Land. Dieses Problem hat bei der Entstehung des Bürgerkriegs eine bedeutende Rolle gespielt. Mehrere Regierungen haben bewusst arme, landlose Singhalesen in Kolonien in überwiegend von Tamilen bewohnten Gebieten im Norden der Region Wanni und im Osten angesiedelt, was zum Anheizen von rassistischen Auseinandersetzungen führte. Nach dem Ende des Krieges wurde diese Politik wieder aufgenommen. Die SEP fordert die Verteilung staatlicher Ländereien an landlose Bauern unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit. Alle alten Schulden der armen Bauern und Fischer sind zu erlassen, stattdessen müssen Kredite, landwirtschaftliche Geräte, Düngemittel, Chemikalien und Fischereigerät zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt werden.

Um die notwendigen Mittel für diese Politik zu erlangen, fordern wir die Verstaatlichung aller Großbanken und Finanzinstitute und die Überführung aller großen Industriekonzerne - einschließlich denen in den Freihandelszonen - in öffentliches Eigentum unter demokratischer Kontrolle. Wir sind für die Streichung aller Schulden, die bei internationalen Banken bestehen, für die die Arbeiter keine Verantwortung tragen, für die sie aber trotzdem aufkommen sollen. Ohne den Würgegriff der internationalen Banken zu lösen, ist es unmöglich die ersten Schritte zur Neuorganisierung des Wirtschaftslebens im Interesse der arbeitenden Bevölkerung zu unternehmen.

Arbeiter und Jugendliche müssen beginnen, ihre Angelegenheiten in die eigenen Hände zu nehmen. In der Kampagne für bessere Bezahlung auf der Balmoral Estate Plantage haben die Plantagenarbeiter mit politischer Unterstützung der SEP unabhängig von den Gewerkschaften ihr eigenes Aktionskomitee gegründet. Ihre Aktion stellt einen ersten, wichtigen Schritt der Arbeiterklasse dar, mit den Gewerkschaften zu brechen und einen politischen Kampf gegen das Profitsystem und seine Verteidiger zu führen

Die SEP ruft auf, unabhängige Aktionskomitees der Arbeitenden in den Betrieben und Arbeitervierteln, in Städten und Dörfern zu gründen, um ihre Rechte zu verteidigen. Solche Organisationen werden den Grund für eine politische Massenbewegung legen, durch die die Arbeiterklasse an der Spitze der städtischen und ländlichen Massen die Macht erobern kann.

Vor allem muss eine politische Partei aufgebaut werden, die die Arbeiterklasse in diesen Kämpfen ausbildet, mobilisiert und anführt. Diese Partei ist die SEP, die sich auf die großen Prinzipien des internationalen Sozialismus stützt, wie sie heute im Internationalen Komitee der Vierten Internationale verkörpert sind.

Das IKVI verteidigt das Programm, mit dem Trotzki und Lenin 1917 die Oktoberrevolution führten: Die sozialistische Revolution zur Befreiung der Menschheit vom Kapitalismus und der Klassenunterdrückung. Die Vierte Internationale wurde von Trotzki 1938 im Kampf gegen den Verrat der stalinistischen Bürokratie gegründet, die sich der Sowjetunion bemächtigt und die antimarxistische Perspektive des "Sozialismus in einem Land" verkündet hat, um ihre Privilegien als entstehende konservative herrschende Kaste zu verteidigen. Die Analyse der trotzkistischen Bewegung und ihre Opposition gegen den Stalinismus wurden 1991 endgültig bestätigt, als die Stalinisten den Sozialismus widerriefen, die Sowjetunion auflösten und den Kapitalismus wiederherstellten.

Die SEP gründet sich auf das Vermächtnis der weitsichtigsten Repräsentanten des Proletariats, die den Kampf für den sozialistischen Internationalismus weitergeführt haben. In den 1940er Jahren waren die Trotzkisten der Bolschewistisch-Leninistischen Partei Indiens (BLPI) tief in der südasiatischen Arbeiterklasse verwurzelt.. Sie entwickelten eine demokratische und sozialistische Perspektive für die Arbeiterklasse und die unterdrückten Massen auf dem indischen Subkontinent. Die BLPI schloss sich mit der Lanka Sama Samaja Partei (LSSP) zusammen. Deren späterer Eintritt in die bürgerliche Koalitionsregierung von 1964 war ein heftiger Schlag gegen den Sozialismus und die Einheit des Proletariats in Sri Lanka.

Die RCL, die Vorläuferin der SEP, wurde 1968 als srilankische Sektion des IKVI im unmittelbaren Kampf gegen diesen Verrat der LSSP gegründet. Mehr als vier Jahrzehnte lang haben die RCL und die SEP jetzt unablässig gegen den bürgerlichen Kommunalismus gekämpft - gegen die Einsetzung des Singhalesischen als Nationalsprache und des Buddhismus als Staatsreligion, den pseudopopulistischen singhalesischen Chauvinismus der JVP und den Separatismus der LTTE. Die RCL/SEP war die einzige Partei, die beständig gegen den Bürgerkrieg eingetreten ist und den Rückzug der Truppen aus dem Norden und Osten gefordert hat. Mit dem Wiederaufleben des Klassenkampfs überall in Südasien und international, werden die Lehren aus diesen Kämpfen zu wichtigen politischen Leitlinien für die Arbeiterklasse.

Der Aufbau der SEP als neue Massenpartei der srilankischen Arbeiterklasse ist die dringende Aufgabe des Tages. Wir fordern alle, die unser Programm und unsere Perspektive unterstützen, auf, sich aktiv an unserer Wahlkampagne zu beteiligen. Das bedeutet unsere Kandidaten und unsere Versammlungen bekannt zu machen, unsere Wahlaufrufe und Artikel zur Wahl zu verteilen und zu diskutieren und der World Socialist Web Site, der Internet-Publikation des IKVI, die weitestmögliche Verbreitung zu verschaffen. Vor allem rufen wir Euch auf der Socialist Equality Party beizutreten und sie zur Massenpartei der Arbeiterklasse aufzubauen.

Siehe auch:
Srilankische Gewerkschaft unterstützt Präsidentschaftskandidaten der SEP
(26. Januar 2020)